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Das Projekt Faustlos

Faustlos ist ein Konzept für die Prävention von Gewalt und Aggression an Kindergärten und Grundschulen, das seit 1988 weltweit angewendet wird. Das Original heißt »Second Step« und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.


Es existieren zwei Versionen, von denen eine für Grundschulen, die andere für Kindergärten und Kindertagesstätten verwendet wird. Doch beiden Versionen liegt das gleiche Ziel zugrunde: die Kinder sollen lernen, Konflikte vernünftig zu lösen, sich angemessen zu Verhalten und Streitsituationen richtig einzuschätzen.
Das Projekt Faustlos Das Projekt Faustlos Das Projekt Faustlos
Ein solches Lernprogramm ist in 28 (Kindergarten/ -tagesstätte) bzw. 51 (Grundschule) Lektionen eingeteilt, die verschiedene Bereiche, wie z.B. Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut umfassen. Faustlos versteht Empathie als ein »Set von Fähigkeiten und Fertigkeiten«, das den Kindern die Fähigkeit geben soll, andere zu verstehen, sich in sie hineinzuversetzen und dadurch richtig zu handeln.

Die Impulskontrolle spaltet sich in zwei Strategien: Probleme zu lösen und Verhaltensfertigkeiten. Probleme werden durch eine Vermittlung systematischer Gedankenschritte gelöst. »Verhaltensfertigkeiten« lernt den Kindern, sich zu entschuldigen oder mitzumachen, je nachdem, was die soziale Situation erfordert. Der Umgang mit Ärger und Wut soll den Kindern die Möglichkeit geben, über den Vorfall nachzudenken, der der Auslöser des Ärgers war.

Aufgrund der entwicklungspsychologischen Orientierung von Faustlos stehen für Kindergärten und Grundschulen jeweils separate, altersspezifische Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Für die Grundschule gibt es Fotofolien, die verschiedene Situationen zeigen, worüber dann mit den Erziehern/innen oder Lehrern/innen diskutiert wird, welche dafür ein extra Handbuch erhalten. Oftmals werden auch Rollenspiele angewandt, um Situationen klarer erscheinen zu lassen. Kindergärten haben ebenso solche Fotofolien und detaillierte Beschreibungen der Situationen.
Das Projekt Faustlos
Doch damit der Unterricht für Kindergartenkinder attraktiver und freundlicher gestaltet wird, gibt es extra dafür noch zwei Handpuppen: den wilden Willi (Hund) und »ruhiger Schneck« (Schnecke).

Die Erzieher/innen bzw. Lehrer/innen, die das Projekt Faustlos unterrichten, nahmen vorab alle an ent sprechenden Fortbildungsseminaren durch das Heidelberger Präventionszentrum teil.

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